Methode: Monomythos

die eigene HeldInnenreise

Monomythos
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Unabhängig von Religion, Künsten, primitiven oder zivilisierten Gesellschaften, Entdeckungen der Wissenschaft und Technik ist das Seltsame am Menschen sein Vermögen tiefliegende schöpferische Zentren zu berühren und zu wecken. Diese Mythen haben den Auftrag den Menschen vorwärtszutragen und ihm den Rücken zu stärken auf seiner Reise von der Vergangenheit in seine Zukunft. Sie entkleiden das private, kulturell erzogene Wesen und hüllen es in seinen eigenen Mantel der Berufung. Der abenteuerliche Weg, den der Mensch zur Selbstwerdung nimmt, vollzieht sich nach dem alten Ablauf wie ihn die rites des passage* vorstellen: Trennung – Initiation – Rückkehr.

*Arnold Van Gennep: „Übergangsriten“

Auf seiner Reise vernimmt der Mensch einen inneren Ruf und verlässt die Welt des gemeinen Tages. Er sucht einen Bereich der seelischen Gewahrung und begegnet dort all den schrecklichen Dingen, die tief in seiner Seele eingegraben sind. In seinem Kampf mit seinen Dämonen findet er unerwartet Helfer, die ihn unterstützen zu wachsen bis er reif ist, um seinen grössten Kampf zu führen. Diesen Teil seiner Reise verbringt er allein, denn er weiss, dass er trotz seiner Angst standhalten muss. Nur auf sich selbst gestellt, erringt einen entscheidenden Sieg. Gestärkt kehrt der Protagonist zurück zu seiner Gemeinschaft. Doch der Mensch, der auszog, kommt nicht mehr an. Er erfährt den Tod seines alten Wesens und ein neuer König kehrt von seiner geheimnisvollen Reise zurück mit der Kraft die Gemeinschaft zu segnen.

Moderne Übergangsriten wie z.B. die Visionssuche nutzen diesen Ablauf um unsere Wandlungen bewusst und gestärkt zu vollziehen. Nur Geburt kann den Tod überwinden – Geburt nicht nochmals in die alten Verhältnisse hinein, sondern in Neues. Nur durch eine unaufhörliche Kette von Wiedergeburten kann die Zerrissenheit der Seele geheilt werden. So wird jeder Mensch, der die gefährliche und mühselige Aufgabe der Selbstentdeckung auf sich genommen hat, über seine persönlichen und historischen Grenzen hinauswachsen zu seinen unberührten Quellen.

 

Literaturhinweis

Joseph Campbell - Der Heros in tausend Gestalten

Insel Taschenbuch, ISBN 3-458-34256-7

 



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